Polizeistudie – MEGAVO

Der Titel der Studie „Motivation, Einstellung und Gewalt im Alltag von Polizeivollzugsbeamten – MEGAVO“ macht deutlich, dass ganzheitlich Erkenntnisse zum Berufsalltag von Polizeibeamt*innen in den unterschiedlichsten Verwendungen generiert werden sollen.
Insofern handelt es sich nicht um die von der Öffentlichkeit geforderte sog. Rassismusstudie.
Vielmehr wird ein viel weitreichender Forschungsansatz verfolgt. In drei Modulen werden erschiedene Fragestellungen beleuchtet und empirisch untersucht.

Im ersten Modul sollen im Rahmen einer quantitativen Vollerhebung Motive identifiziert werden, die Menschen dazu veranlasst, den Beruf eines/einer Polizeibeamt*in zu wählen.
Daneben sollen aber auch Einstellungsmuster dieser Berufsgruppe erhoben werden, um in diesem Kontext im Rahmen einer Panelstudie herauszuarbeiten, inwieweit sich Motivation und Werteorientierung im Laufe eines Berufslebens wandeln. Hierzu sind weitere quantitative Befragungen im 3., 6., 9. und 12. Jahr nach Beginn der Studie geplant.

Im zweiten Modul wird der Berufsalltag von Polizeibeamt*innen umfassend betrachtet. Hier wird erhoben, welche unterschiedlichen Erfahrungen je nach Tätigkeitsgebiet gesammelt werden und welche positiven und negativen Faktoren die Motivation und Arbeitszufriedenheit stärken oder minimieren. Es geht hier im Detail auch um Einschätzungen zu Arbeitsplatz, Arbeitsausstattung und Work-Life-Balance. Dies soll im Rahmen eines qualitativen Designs durch Fokusgruppengespräche, teilnehmende Beobachtungen und Experteninterviews untersucht und analysiert werden.

Eng damit zusammen hängt das dritte Modul, in dem es um die Erfassung von Gewalterfahrungen von Polizeibeamt*innen und deren Auswirkungen auf den Arbeitsalltag und die Psyche geht. Auch hier sollen Experteninterviews neue Erkenntnisse liefern. Durch dieses umfangreiche Gesamtdesign sollen am Ende der Studie – die für drei Jahre (3/2021-2/2024) vom BMI gefördert wird – Best-Practice-Modelle und Handlungsempfehlungen entwickelt werden, die sich positiv auf Arbeitszufriedenheit und Motivation von Polizeibeamten auswirken sowie Gewalterfahrungen minimieren können.